Ein großer Sportler, den die Kultur nicht wollte

Goldene Feder

Ein strahlender Ordensträger: Josef Thaeter. | Foto: Helmut Thönnissen

300 Gäste feierten am Samstagabend das Fest Rot-Gelb und den Ordensträger 2019 der Goldenen Feder. Im Hotel Bosten hatten die Exprinzen Eupen-Kettenis ein karnevalistisches Programm zu Ehren von Josef Thaeter auf die Beine gestellt. Dieser erhielt die Auszeichnung für sein vielfältiges Engagement im Sport. In seiner Rede bewies dieser, dass er sich selbst auf den Arm nehmen kann.

Von Griseldis Cormann

„Wer hatte mich im Unterricht?“, fragte Josef Thaeter ungeniert ins Publikum hinein. Eine nicht unbedeutende Zahl von Armen ging hinauf, wie die Ordensträgerin des Vorjahres, Annie Michaelis, in ihrer Laudation schon ahnte: „Nicht selten betreute er ganze Familien. Die Großeltern in ihren Kursen, die Eltern im Sportverein und die Kinder im Schulunterricht.“

„Unser Tischgebet hieß ,Auf die Plätze fertig los“, blickte Josef Thaeter auf seine Kindheit zurück.

Da er aber nicht davon ausgehen wollte, dass ihn alle im Saal kennen, begann er mit einer persönlichen Vorstellung: „Mein Name ist Thaeter!“, so die schlichte Aussage. Ein Thaeter könne schnell essen, das müsse man wissen. Denn dies habe unter anderem dazu geführt, dass er seine Berufung im Sport gefunden habe: „Unser Tischgebet hieß ,Auf die Plätze fertig los!“ Darüber hinaus sehe er noch einen zweiten entscheidenden Grund: der Gesangsunterricht in der Gemeindeschule Lontzen. „Ich war immer der Kleinste. Ich habe mich beim Singen hinter den Großen versteckt“, stellte er die Szenerie klar. Als er nach vorne geholt wurde, bekam er eine klare Anweisung: „Bewege deinen Mund wie alle anderen, aber lasse keinen Ton hinaus. Und ich dachte mir: Wenn die Kultur mich nicht will…“

Der Sport ist dankbar um sein Wirken: „Alle Projekte, die er angestoßen oder vor Kurzem begonnen hat, werden fortgesetzt“, wusste Exprinzenpräsident Michael Scholl zu berichten. Immer wieder wurde ergänzend zu seiner Sportlerlehrertätigkeit sein Herzblut für den Behindertensport und seine Funktion im Verband deutschsprachiger Turnvereine (VDT) hervorgehoben.

In diese Kerbe hatte zuvor schon Damian Andres aus Heuem geschlagen. Der Nachwuchsredner wusste mit seinen 13 Jahren von einem „Weizensmoothie“ alias Bier zu berichten, dass die Pubertät nur dazu da sei, um den Eltern den Abschied von den Kindern zu erleichtern und wie in seiner Heimat eine Safety-Car-Phase, wie man sie aus dem Rennsport kennt, aussieht: „Dann sind 40 Möchtegern-Rennfahrer hinter einem Traktor gefangen.“ Aus Dürler reisten „Wa-Ta-Touille“ an, um mit Livemusik aus Tirol, dem Schlagergenre und dem Karneval darzubieten. Aus dem Norden boten „Alles echt“ aus Kelmis dem Publikum handgemachte Musik und eigene Lieder. Aus Lontzen, der ursprünglichen Heimat von Josef Thaeter, präsentierte der KV Till Eulenspiegel den Showtanz „Wir sind Könige“ unter der Choreografie von Frank Waghemans.

Buntes Rahmenprogramm sorgte bei den 300 Gästen für beste Unterhaltung.

„Wir tingeln zuerst durch die ostbelgischen Gemeinden, bis wir im zweiten Teil uns ins nahegelegene und schöne Rheinland orientieren“, erklärte Moderator Andy Clooth, der diese Aufgabe zum ersten Mal übernahm. Aus der benachbarten karnevalistischen Region sorgten Ne Schwaadlappe alias Hermann Rheindorf und „Die jungen Trompeter“ für Stimmung. Mit De Klünglköpp war es gelungen, Hochkaräter an die Weser zu holen und zum Schluss den musikalischen Höhepunkt zu platzieren, bei dem die Gäste allesamt gerne euphorisch mitzusingen wussten und den Abend in guter Erinnerung behalten werden.

Das Fest Rot-Gelb mit der Verleihung der Goldenen Feder findet am 21. März 2020 zum 33.Mal statt. Zum 3X11-jährigen Jubiläum werden De Räuber nach der Ordensverleihung ein Konzert spielen.

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